Lagebericht
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Geschäftsentwicklung im Überblick (1)

Entwicklung der Geschäftsfelder (2)

Forschung und Entwicklung (3)

Produktion und Beschaffung (4)

Investitionen (5)

Mitarbeiter (6)

Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Sonstige Angaben
 
   
Konzernlagebericht für das
Geschäftsjahr 2003 der
Höft & Wessel AG, Hannover
 
   
Geschäftsverlauf  
   
1. Geschäftsentwicklung im Überblick

Umsatz, Ergebnis und Auftragseingang
Umsatz und Ergebnis der Höft & Wessel-Gruppe liegen im Geschäftsjahr 2003 deutlich über den Erwartungen. Nach einem Verlust vor Steuern in Höhe von 25,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2002 konnte Höft & Wessel im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003 in jedem einzelnen Quartal und damit wie geplant konstant positive Ergebnisse vor Steuern vorlegen. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2003 beträgt 89,0 Mio. EUR (Vorjahr: 78,0 Mio. EUR), der Gewinn vor Steuern nach Minderheitenanteilen liegt bei 1,8 Mio. EUR. Die Gesamtleistung beträgt 91,0 Mio. EUR nach 80,5 Mio. EUR im Vorjahr.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Union war auch im Jahr 2003 zurückhaltend und von Stagnation geprägt. Auch wenn sich in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung abzeichnete. In 2003 stieg das reale Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 % und blieb damit erneut hinter dem Vorjahreswert von 1,1 % zurück. Nur wenige Länder, darunter auch Großbritannien, konnten geringe Steigerungen des Bruttoinlandsproduktes verzeichnen. Trotzdem ist es gelungen, die Höft & Wessel-Gruppe wieder in die Profitabilität zu führen. Um das zu erreichen, sind auch in 2003 Anstrengungen zur Optimierung der internen Prozesse unternommen worden.

Die bereits umgesetzten Veränderungen und weitere Maßnahmen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr für die Umsetzung in 2004 vorbereitet wurden, bilden die Grundlage für eine weitere positive Entwicklung der Gruppe. Höft & Wessel wendet sich zukunftsgerichteten Themen zu: Dazu gehören die Steigerung der Kundenzufriedenheit, die Steigerung der Produktqualität, die Optimierung der internen Prozesse und die Weiterentwicklung der Produktpalette. Höft & Wessel wird als modernes und progressives Unternehmen die notwendigen Anpassungen an die Marktgegebenheiten vollziehen.

Auftragseingang und Auftragsbestand innerhalb der Gruppe liegen zum Stichtag leicht unter dem Wert des vergangenen Jahres, zeigen sich im Mehrjahresvergleich jedoch stabil. Die Werte des Vorjahres sind durch den Großauftrag LkW-Maut beeinflusst. Der Auftragseingang lag in 2003 bei 75,6 Mio. EUR (Vorjahr: 96,0 Mio. EUR). Der Auftragsbestand betrug zum Stichtag 34,5 Mio. EUR (Vorjahr: 47,9 Mio. EUR). Auch die neu entwickelten Produkte, die auf der CeBIT 2003 vorgestellt wurden, haben zum Auftragseingang beigetragen. Diese wurden bereits Ende 2003 ausgeliefert.

Die Geschäftstätigkeit von Höft & Wessel ist nach wie vor durch das Projektgeschäft geprägt und aus diesem Grund im Verlauf eines Geschäftsjahres zyklisch. Traditionell ist das vierte Quartal eines Geschäftsjahres das umsatzstärkste. Durch den Großauftrag zur Entwicklung und Lieferung von Zahlstellenterminals für die manuelle Erhebung der LkW-Maut ergab sich im Geschäftsjahr 2003 ein von der normalen Geschäftsentwicklung abweichendes Bild. Die hohen Umsätze im ersten und zweiten Quartal, die durch die Lieferung der Automaten realisiert werden konnten, führten in 2003 zu einer unterjährig sehr ausgeglichenen Umsatzverteilung. Es ist zu erwarten, dass sich der Geschäftsverlauf von Höft & Wessel im Jahr 2004 wieder wie gewohnt zyklisch gestalten wird.

Weiterentwicklung des Konzerns
Höft & Wessel will die erreichte Profitabilität der Gruppe erhalten und steigern. Dazu ist der Aufbau eines umfassenden Qualitätsmanagements weiter voran getrieben worden. Außerdem wurde im deutschen Teilkonzern im Geschäftsjahr 2003 die Einführung des kaufmännischen Teils des ERP-Programms SAP vorbereitet. Das System wird seit dem 1.1.2004 genutzt und arbeitet seither vollkommen problemlos. Damit ist die Grundlage für eine konsequente Verbesserung der internen Strukturen geschaffen worden.

Mit der Zollner Elektronik AG, Zandt, wurde zum weiteren Ausbau der seit langem bestehenden guten Geschäftsbeziehungen eine strategische Kooperation vereinbart. Angestrebt ist die Optimierung der Prozesse zwischen Höft & Wessel und dem Fertiger. Große Chancen liegen zudem in der Realisierung der Senkung von Herstellkosten in enger Zusammenarbeit mit dem Produktionspartner. Nur die frühe Einbindung in den Produktentwicklungsprozess macht dies möglich. Das Resultat dieser Verfahrensweise sind verbesserte und gleichzeitig kostengünstigere Produkte, die zu einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit von Höft & Wessel beitragen.

Um die Ertragslage im englischen Teilkonzern zu verbessern, wurde im Geschäftsjahr 2003 die Reduzierung der Fertigungstiefe vorbereitet. Dem allgemeinen Prinzip der Gruppe folgend, wird die Fertigung ab 2004 teilweise auf Sublieferanten verlagert. Das Werksgrundstück in England wurde daher veräußert. Die Erlöse aus dieser Veräußerung dienen auch der Refinanzierung der notwendigen Umstrukturierungsprozesse.

Um in Zukunft Verwaltungskosten einzusparen, hat der Vorstand in 2003 Maßnahmen zur weiteren Straffung der Konzernstruktur eingeleitet. Hierzu werden die Anzahl der Tochtergesellschaften verringert und damit die Aufwendungen für Verwaltung, Jahresabschluss, EDV-Systeme und Rechnungswesen reduziert. Im November 2003 hat die Höft & Wessel AG die noch ausstehenden 13,6 % der Anteile der Höft & Wessel Skeye Webpanel AG (Skeye) gegen 25,6 % der Anteile der TRUCK24 AG getauscht. Die Skeye ist damit wieder 100%ige Tochtergesellschaft der Höft & Wessel AG und soll im laufenden Geschäftsjahr auf die Muttergesellschaft verschmolzen werden. Die Almex GmbH wird ebenfalls auf die Muttergesellschaft verschmolzen. Mit diesen Maßnahmen wird die Reorganisation der inländischen Standorte abgeschlossen.

Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und zur weiteren Finanzierung des laufenden Geschäftes wurde im Dezember 2003 eine satzungsgemäße Kapitalerhöhung durchgeführt, die von der Zollner Elektronik AG, Zandt, gezeichnet wurde.
   
2. Entwicklung der Geschäftsfelder

Die Höft & Wessel-Gruppe entwickelt, fertigt und vertreibt Hard- und Software. In den drei Geschäftssegmenten bietet Höft & Wessel komplette Systemlösungen an:
  • Almex Information Systems entwickelt und vertreibt mobile Terminals und stationäre Automaten für Ticketing & Transport

  • Handel & Logistik bietet Produkte zur Mobilen Datenerfassung

  • Parking: Produkte zur Parkraumbewirtschaftung
Hauptmarkt des Konzerns ist nach wie vor Deutschland. Hier wurden 61,0 % der Konzernumsätze erzielt (Vorjahr: 53,6 %). Insgesamt 34,6 % der Konzernumsätze wurden in EURopa einschließlich Großbritannien erzielt (Vorjahr: 35,7 %).

Zur technischen Kernkompetenz gehören insbesondere die Basistechnologien für drahtlose Datenübertragung über Funk, wie Wireless LAN-, DECT-, FHSS- und GSM-Kommunikationssysteme. Außerdem bietet Höft & Wessel Softwarelösungen zur zentralen Datenauswertung durch Backoffice-Systeme an.

Almex Information Systems (AIS)
Im Geschäftsbereich Almex Information Systems sind die Ticketing- und Transport-Produkte der gesamten Höft & Wessel-Gruppe zusammengefasst. Die Zielkunden sind Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, Bahn- und Luftfahrtgesellschaften. Dieser Bereich hat sich in den letzten Jahren konstant positiv entwickelt. Die Umsatzerlöse in diesem Segment konnten von 43,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2002 auf 52,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2003 gesteigert werden. Dazu hat maßgeblich der Großauftrag zur Entwicklung und Lieferung von Zahlstellenterminals für die manuelle Erfassung der LkW-Maut beigetragen, den Höft & Wessel im Geschäftsjahr 2002 erhalten hat. Die Auslieferung der im Initialauftrag georderten Terminals ist plangemäß abgeschlossen worden. Weitere Terminals, die vom Kunden nachbestellt worden sind, wurden im vierten Quartal 2003 und werden im ersten Quartal 2004 produziert bzw. ausgeliefert.

Das Geschäft mit den Check-in-Terminals hat sich nach den Einbrüchen im Jahr 2002 wieder erholt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten neben Nachbestellungen von Bestandskunden wie Lufthansa oder Scandinavian Airlines auch Aufträge von Neukunden gewonnen werden. Die Terminals von British Midland, deren Bestellung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf Wunsch des Kunden zunächst zurückgestellt wurde, sind mittlerweile ebenfalls installiert worden. Mit der Installation von Check-in-Terminals am Flughafen Wien hat Höft & Wessel ein erstes Projekt mit einem Flughafenbetreiber abgewickelt und damit eine neue Zielgruppe erschlossen. Der Flughafen Wien verfügt nun als erster Flughafenbetreiber über Check-in-Terminals mit CUSS-Plattform (Common Use Self Service). Die CUSS-Plattform ermöglicht die Nutzung der Terminals durch Fluggäste unterschiedlicher Airlines und trägt damit zur Kostensenkung bei den Fluggesellschaften bei. Ebenfalls mit der CUSS-Plattform ausgestattet sind die Check-in-Terminals von Emirates, der Airline der Vereinigten Arabischen Emirate, die im dritten Quartal in den Probebetrieb genommen wurden. Emirates kann hiermit Fluggästen der Partner-Airlines (SriLankan Airlines, British Airways, Continental Airlines, Delta, Japan Airlines, Singapore Airlines, South African Airways und United Airlines) das Einchecken an den Terminals ermöglichen. Mit dem Auftrag von Emirates ist Höft & Wessel im Bereich Airlines erstmals als Generalunternehmer tätig und für die Realisierung des gesamten Projektes verantwortlich.

Im Produktbereich Ticketautomaten für den Öffentlichen Personenverkehr konnte Höft & Wessel sich bei mehreren Projekten im In- und Ausland gegen internationalen Wettbewerb durchsetzen. Die Dänische Staatsbahn hat Höft & Wessel den Auftrag erteilt, neue stationäre Ticketautomaten für das komplette regionale und überregionale Streckennetz der DSB in Dänemark zu liefern. Dies ist ein weiterer Schritt, die Märkte des umliegenden Europäischen Auslands zu erschließen. Die Dänische Staatsbahn wird mit den neuen Automaten von Höft & Wessel landesweit alle bisher installierten stationären Ticketterminals ersetzen. Von der Zugerland Verkehrsbetriebe AG (Kanton Zug, Schweiz) hat Höft & Wessel den Auftrag erhalten, stationäre Ticketautomaten und mobile Fahrscheindrucker zu liefern. Höft Wessel kann damit bereits den zweiten Auftrag zur Ausstattung eines Schweizer Verkehrsbetriebes mit neuen Fahrscheinautomaten verbuchen.

In Deutschland konnten im Bereich Almex Information Systems darüber hinaus verschiedene weitere Projekte erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Nach der Umrüstung der Münzautomaten (müx) der üstra, Hannoversche Verkehrsbetriebe AG, verfügen nun alle installierten müx über Wechselgeldfunktion. Die von der Deutsche Bahn AG in Auftrag gegebene Lieferung von Fahrkartenautomaten für den Autoreisezug nach Sylt ist ebenfalls abgeschlossen worden. Die Fahrscheinautomaten konnten im Dezember 2003 planmäßig in Betrieb genommen werden.

Um den steigenden Anforderungen der Kunden nachzukommen und neue Kundengruppen zu erschließen, investiert Höft & Wessel konsequent in die Entwicklung neuer Produkte. Auf der CeBIT 2003 hat Höft & Wessel das Fahrerverkaufsterminal almex.optima vorgestellt, das als mobiler Fahrscheindrucker auf Bussen und Bahnen zum Einsatz kommt und mit dem Betriebssystem WIN CE ausgestattet ist. Dieser neue Fahrscheindrucker, Nachfolgeprodukt des bewährten almex.A90, ist Teil einer bereichsübergreifenden Produktstrategie. Aufgrund der Marktveränderungen und um dem Trend zur Verwendung von Standardsoftware nachzukommen, hat Höft & Wessel frühzeitig damit begonnen, die Produktpalette auf das Betriebssystem WIN CE umzustellen. Das Interesse der Kunden an diesem neuen Produkt ist dem entsprechend groß. Zum Ende des Geschäftsjahres 2003 hat plangemäß die Serienfertigung begonnen. In Deutschland sind bereits Ende 2003 die ersten Geräte ausgeliefert worden.

Ende des Jahres 2002 hat die Metric von der britischen Busbetreibergesellschaft London Bus Service Ltd. den Auftrag erhalten, stationäre Automaten für die Ausstattung der Londoner Bushaltestellen zu liefern. Der bisherige Ticketverkauf im Bus wird umgestellt auf den Verkauf an stationären Ticketautomaten, die direkt an den Bushaltestellen errichtet werden. Metric liefert in diesem Projekt nicht nur die Ticketautomaten, sondern verantwortet als Generalunternehmer auch den Betrieb des gesamten Fahrkartenverkaufssystems. Neben der Wartung gehört auch die Abrechnung und das Call Center zum Leistungsumfang. Die Auslieferung für dieses Projekt hat im abgelaufenen Geschäftsjahr begonnen und bis Ende des Jahres 2003 sind bereits mehr als 700 Automaten in Betrieb genommen worden. Die Erfahrungen der Metric als Generalunternehmer sind nach dem ersten Jahr als durchweg positiv zu bewerten.

Handel & Logistik
Die Mobile Datenerfassung ist eine der Kernkompetenzen von Höft & Wessel. Die Produkte zur Erfassung, Zwischenspeicherung und Verarbeitung von Daten entwickelt und vertreibt Höft & Wessel im Geschäftsbereich Handel & Logistik. Die Zielkunden in diesem Bereich sind Handelsketten und Logistikunternehmen.

Nach deutlichen Rückgängen im Geschäftsjahr 2002 ist die Nachfrage in 2003 wieder angestiegen. Positive Auswirkungen ergeben sich auch aus dem Ausbau des Vertriebsnetzes durch Erhöhung der Anzahl der Distributoren. Der Umsatz in diesem Geschäftssegment erhöhte sich im Geschäftsjahr 2003 auf 17,6 Mio. EUR (Vorjahr: 16,2 Mio. EUR).

Der Einsatz der Mobilen Datenerfassungsgeräte dient dazu, das Bestellwesen, die Warenlogistik, die Inventur, den Wareneingang und die Warenflusskontrolle in Handelsorganisationen schneller, sicherer und einfacher zu gestalten. Ausschlag gebend bei der Entscheidung für ein bestimmtes Produkt ist für den Kunden in der Regel neben der Bedienungsfreundlichkeit die Möglichkeit zur Integration in bereits bestehende IT-Systeme. Auf die zunehmende Standardisierung von Softwareprodukten hat Höft & Wessel daher mit der Entwicklung von Produkten auf WIN CE-Basis reagiert. Auf der CeBIT 2003 wurde das neue Mobile Datenerfassungsgerät captura.integral vorgestellt, das über mehr Funktionalität, mehr Speicher und eine deutlich höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit verfügt. Erste Umsätze mit dem neuen Produkt konnten bereits im Geschäftsjahr 2003 realisiert werden.

Der Vertrieb des skeye.pad über Distributoren und Vertriebspartner wurde während des abgelaufenen Geschäftsjahres weiter entwickelt. Insbesondere die Vermarktung des skeye.pad als Hardware-Komponente von Branchen-Komplettlösungen, die zusammen mit Partnern vertrieben werden, stößt auf Interesse im Markt. Das große Display und die Bedienungsfreundlichkeit des skeye.pad machen das skeye.pad zu einen vielseitig einsetzbaren Produkt. Die Migros - der größte Schweizer Filialist - hat sich nach einem Jahr intensiver Tests mit Produkten verschiedener Anbieter entschieden, das skeye.pad als Basisgerät für den mobilen Zugriff auf das Warenwirtschaftssystem SAP-Retail einzusetzen. Hierzu ist gerade das hochauflösende und große Display des skeye.pad Voraussetzung. Migros gilt als eines der innovativsten Unternehmen beim Einsatz von Informationstechnologie. Höft & Wessel konnte sich auch in diesem Projekt gegen namhafte Wettbewerber durchsetzen.

Um die Marktposition von Höft & Wessel weiter auszubauen, wird konsequent in die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten investiert. Das gilt auch für Technologien, die sich derzeit noch in der Erprobungsphase befinden. Die derzeit am weitesten verbreitete Methode zur Kennzeichnung von Waren ist der Barcode, der mit den MDE -Produkten von Höft & Wessel gelesen werden kann. Ein neues technisches Verfahren auf Basis von Transpondern (RFID ) hat das Potenzial, langfristig den Barcode zu ersetzen. Transponder ermöglichen die berührungslose Erfassung und Verarbeitung deutlich größerer Datenmengen, die über Funk von einem Mikrochip übertragen werden, und erlauben damit eine Datenerfassung mit deutlich reduzierten Aufwand und damit auch weit höherer Effizienz. Höft & Wessel beschäftigt sich intensiv mit dieser neuen Technologie, um zum Zeitpunkt der flächendeckenden Nutzungs- und Marktreife mit den entsprechenden Erfassungsgeräten am Markt zu sein.

Parking
Die englische Tochtergesellschaft Metric bietet Produkte für die Parkraumbewirtschaftung an, das sind vorrangig "Pay & Display"-Automaten, bei denen für eine bestimmte Parkdauer Parkscheine gelöst werden können, um sie sichtbar im Fahrzeug zu hinterlegen. Als Zielkunden werden in erster Linie Städte, Gemeinden und Parkhausbetreibergesellschaften angesprochen. In diesem Marktsegment ist Metric seit Jahren Marktführer in Großbritannien. Auch im internationalen Markt zählt Metric hier zu den größten Anbietern. Der Umsatz im Segment Parking hat sich im vergangenen Geschäftsjahr leicht erhöht und liegt bei 19,1 Mio. EUR (2002: 18,7 Mio. EUR).
Die Installation der Automaten für die Londoner City-Maut, die seit Februar 2003 erhoben wird, ist erfolgreich abgeschlossen worden. An über 100 stationären Automaten in Parkzonen und der Innenstadt kann die Maut entrichtet werden.
   
3. Forschung und Entwicklung
Höft & Wessel zeichnet sich durch innovative und kundenindividuelle Produkte aus. Ca. 26 % der Mitarbeiter sind in den Bereichen Forschung & Entwicklung tätig, um eine der Stärken des Unternehmens, kurze Entwicklungszeiten für Prototypen und Neuentwicklungen, zu erhalten. Mit Ausnahme der Entwicklung von Produkten für den Bereich Parking findet die Entwicklung der Produkte in der Zentrale in Hannover statt.

Schwerpunkte der Entwicklung lagen im Geschäftsjahr 2003 auf den neuen mobilen Produkten, die auf dem Standardbetriebssystem WIN CE basieren. Aufgrund der Marktveränderungen stellt Höft & Wessel sukzessive die Produktpalette auf das Betriebssystem WIN CE um, um dem Kundenwunsch nach Standardsoftware zu entsprechen. Zu diesen Produkten gehören im Bereich Ticketing der elektronische Fahrscheindrucker almex.optima und ein neues mobiles Ticket-Verkaufsterminal. Für das Geschäftssegment Handel & Logistik wurde das neue mobile Datenerfassungsgerät (MDE) captura.integral mit dem kompletten Zubehör wie Ladeschale und Kommunikationsstation weiterentwickelt. Auch das skeye.pad wurde weiterentwickelt. In England stand die Entwicklung eines neuen Parkscheinautomaten im Vordergrund.

Darüber hinaus fanden für verschiedene Projekte im Bereich Ticketing (müx der üstra, Hannoverschen Verkehrsbetriebe AG, stationäre Automaten für den Autoreisezug Sylt, stationäre Automaten der Dänischen Staatsbahn) Weiterentwicklungen statt. Bei der Software der Automaten zur manuellen Erhebung der LkW-Maut wurden zusätzliche Kundenwünsche realisiert. Die Funkmodulpalette wurde um ein WirelessLAN-Funkmodul für die Mobilen Datenerfassungsgeräte und die Produkte auf WIN CE-Basis erweitert.
   
4. Produktion und Beschaffung
Die Entwicklung der vom deutschen Teilkonzern gelieferten Produkte findet bei der Höft & Wessel AG statt, die Fertigung hingegen geschieht durch Auftragsfertiger. Entwicklung, Konstruktion, Musterbau, die Erstellung von Stücklisten, die Entwicklung von Testsystemen und die qualitätssichernde Maßnahmen erfolgen durch Höft & Wessel. Eine eigene Fertigung unterhält Höft & Wessel aus Gründen der Effizienz jedoch nach wie vor nicht.

Um die Beschaffungsprozesse zu verbessern und gleichzeitig die Lagerbestände bei Höft & Wessel zu reduzieren, wird die Beschaffung der Bauteile vorzugsweise durch den Sublieferanten direkt vorgenommen. Sofern die Beschaffung bestimmter Komponenten durch Höft & Wessel zu niedrigeren Herstellkosten beiträgt, wird von diesem Verfahren abgerückt.

Das Jahr 2003 wies im Elektronikbereich teilweise deutliche Anzeichen einer steigenden Nachfrage bei gleichgebliebenem bis leicht gesunkenem Angebot aus, was mitunter zu leicht verlängerten Lieferzeiten einiger Bauteilegruppen geführt hat. Chronische Versorgungsengpässe waren in 2003 nicht zu verzeichnen. Die Preise und Lieferfristen im Mechanikbereich blieben unverändert.

Mit der Firma Zoller Elektronik AG, Zandt, die seit Jahren einen großen Teil der Produkte für Höft & Wessel fertigt, wurde im Dezember 2003 eine weitgehende Kooperation vereinbart. Zollner ist ein international renommierter Fertigungsbetrieb, der das Vertrauen vieler internationaler Konzerne genießt und das gesamte für Höft & Wessel relevante Fertigungs-Know-how zur Verfügung stellt. Ziel der strategischen Partnerschaft ist eine Steigerung der Effizienz, erhöhte Wettbewerbsfähigkeit und damit die nachhaltige Verbesserung der Profitabilität von Höft & Wessel. Durch den Einsatz des Know-hows von Zollner im Bereich kosteneffizienter Fertigungsprozesse und Prüfverfahren wird eine Reduzierung der Herstellkosten erreichbar. Höft & Wessel nutzt mit der Einbringung des Know-hows der Lieferanten bereits in die Produktentwicklung ein unter anderem in der Automobilindustrie seit Jahren bewährtes und erfolgreiches Verfahren.

Im Unterschied zum Verfahren im deutschen Teilkonzern erfolgt die Entwicklung und auch die Fertigung der englischen Produkte bei der Metric. Metric verfügt über eine eigene Fertigungseinrichtung für Endmontage und Endtests und verantwortet auch die Beschaffung für die dort gefertigten Produkte. Um die Ertragslage im englischen Teilkonzern zu verbessern, wurde im Geschäftsjahr 2003 die Reduzierung der Fertigungstiefe vorbereitet. Dem allgemeinen Prinzip der Gruppe folgend wird die Fertigung ab 2004 teilweise auf Sublieferanten verlagert. Das Werksgrundstück in England wurde daher veräußert.
   
5. Investitionen
Die Zugänge zum Anlagevermögen (ohne Finanzanlagen) lagen im Jahr 2003 bei 5,25 Mio. EUR (Vorjahr: 5,25 Mio. EUR). Davon entfällt auf aktivierte Entwicklungsleistungen ein Zugang von 3,59 Mio. EUR (Vorjahr: 3,52 Mio. EUR). Höft & Wessel konzentriert sich sowohl im deutschen als auch im englischen Teilkonzern bei den Investitionen neben der erforderlichen Ersatzbeschaffung auf die notwendigen Anschaffungen von Werkzeugen und von Hard- und Software für PCs und Workstations.

Zudem hat sich Höft & Wessel dazu entschieden, im deutschen Teilkonzern das ERP-System (Enterprise Ressource Planning) SAP einzuführen, um eine verbesserte Kostenrechnung, eine effizientere Projektverfolgung und die Grundlage für die Verbesserung der internen Prozesse zu schaffen. Die Einführung von SAP in einem ersten Schritt in den Bereichen Rechnungswesen, Controlling, Personalwesen und kaufmännische Projektsteuerung ist in 2003 vorbereitet worden. SAP ersetzt die bis dato verwendeten Insellösungen durch eine integrierte Software. Damit sind jetzt interner Datenaustausch und bereichsübergreifende Auswertungen möglich, welche die Qualität der Informationen, die dem Management zur Steuerung des Unternehmens und spezifisch zur präzisen Kalkulation von Projekten zur Verfügung stehen, erheblich verbessert. Die Umstellung auf SAP ist in den genannten Bereichen zum 1. Januar 2004 vollzogen worden und läuft seitdem problemlos. In einer umfangreicheren zweiten Phase soll das System auf die Bereiche Warenwirtschaft und Vertrieb erweitert werden.
   
6. Mitarbeiter
Zum 31. Dezember 2003 beschäftigte die Höft & Wessel-Gruppe insgesamt 510 Vollzeit beschäftigte Mitarbeiter (Vorjahr: 488 Mitarbeiter). Die Anzahl der Beschäftigten betrug im Jahresdurchschnitt 507 Mitarbeiter (Vorjahr: 492 Mitarbeiter). In den deutschen Gesellschaften waren zum Stichtag 31.12.2003 weniger Mitarbeiter beschäftigt als im Vorjahr. Bei der Metric wurden dagegen wegen des Auftrags von London Bus Services Ltd. im Servicebereich Mitarbeiter eingestellt, wodurch sich die Anzahl der Mitarbeiter zum 31.12.2003 erhöhte.

Stichtag 31.12.2003 2003 2002   Durchschnitt 2003 2002
Angestellte 510 488   Angestellte 507 492
Auszubildende und Sonstige 20 41   Auszubildende und Sonstige 25 36
Gesamt 530 529   Gesamt 532 528
 
   
Zur Erfüllung der gesetzlichen Regelungen zur Betrieblichen Altersvorsorge ist im deutschen Teilkonzern mit der Allianz Pensionskasse AG ein Gruppenvertrag geschlossen worden.

Das erste Wandelschuldverschreibungsprogramm von 1998 ist nach einer Laufzeit von fünf Jahren im August 2003 ausgelaufen. Die Schuldverschreibungen sind fristgerecht an die Mitarbeiter zurück gezahlt worden.
 
   
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

1. Vermögenslage  
  2003 2002
Anlagenintensität
(Anlagevermögen (21,5 Mio. EUR) / (Bilanzsumme 65,0 Mio. EUR))
33,1 % 31,0 %
Vorratsintensität
(Vorratsvermögen (12,9 Mio. EUR) / Bilanzsumme (65,0 Mio. EUR))
19,8 % 20,6 %
Forderungsintensität (Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen (17,2 Mio. EUR) / Bilanzsumme (65,0 Mio. EUR))
26,5 % 36,0 %
Eigenkapitalquote
(Eigenkapital (29,2 Mio. EUR) / Bilanzsumme (65,0 Mio. EUR))
44,9 % 31,0 %
 
   
Der Buchwert des Anlagevermögens ist im Vergleich zum Vorjahr um 14,1 % gesunken; aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme, ist die Anlagenintensität jedoch geringfügig angestiegen und liegt nun bei 33,1 %. Die Vorratsintensität zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert, absolut ist das Vorratsvermögen jedoch aufgrund der verminderten Lagerhaltung um 3,7 Mio. EUR und damit um 22,2 % gesunken.

Die Verringerung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um den Betrag von 11,7 Mio. EUR, das entspricht 40,5 %, betrifft im Wesentlichen den deutschen Teilkonzern und ist auf die Abwicklung des Großauftrags zur LkW-Maut zurück zu führen. Aufgrund der niedrigen Bilanzsumme drückt sich dies in der Forderungsintensität nicht entsprechend aus. Diese ist um 9,5 Prozentpunkte gesunken und beträgt zum Stichtag 26,5 %.

Die Verschuldung des Konzerns konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere durch den positiven Cashflow aus dem Maut-Auftrag zurückgeführt werden. Zum 31.12.2003 bestanden Bankverbindlichkeiten in Höhe von 13,9 Mio. EUR oder 21,4 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 19,4 Mio. EUR bzw. 24,1 %). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit 6,2 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (18,6 Mio. EUR) sogar um 66,4 % gesunken. Diese Veränderung ist ebenfalls auf die Abwicklung des Großauftrags zur LkW-Maut zurück zu führen. Das Eigenkapital ist insbesondere aufgrund der bereits im Jahr 2003 geleisteten Einlagen auf die beschlossene Kapitalerhöhung im Vergleich zum Vorjahr um 17,3 % gestiegen und liegt mit 29,2 Mio. EUR (Vorjahr: 24,9 Mio. EUR) in Relation zur Bilanzsumme bei einer Quote von 44,9 % (Vorjahr: 31,0 %).

 
2. Finanz- und Liquiditätslage  
  2003 2002
Cashflow aus laufender Tätigkeit in Mio. EUR 10.510 2.740
Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Mio. EUR (5.120) (5.898)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Mio. EUR (3.007) 1.435
Zahlungswirksame Veränderungen der
Finanzmittelfonds in Mio. EUR
2.383 (1.723)
   
Der Cashflow aus der laufender Geschäftstätigkeit konnte im Geschäftsjahr 2003 von 2,7 Mio. EUR auf 10,5 Mio. EUR gesteigert werden. Die Kreditlinie für Forderungsverkäufe wurde im Geschäftsjahr im Rahmen des unechten Pensionsgeschäftes in einem unterschiedlichen Volumen ausgenutzt und war am 31.12.2003 mit 3,4 Mio. EUR in Anspruch genommen.

Vorstand und Aufsichtsrat der Höft & Wessel AG haben eine satzungsgemäße Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital mit Bezugsrechtsausschluss um 10 % oder 772.490 Aktien beschlossen. Der Mittelzufluss dient zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und zur weiteren Finanzierung des laufenden Geschäftes. Die Kapitalerhöhung wurde im Dezember 2003 vollständig von der Zollner Elektronik AG, Zandt, gezeichnet und am 9.2.2004 in das Handelsregister eingetragen. Der Mittelzufluss von 2,5 Mio. EUR hat deutlich zur Verbesserung der Liquiditätslage beigetragen. Basierend auf der vorliegenden Planung sind im Jahr 2004 sämtliche Zahlungsverpflichtungen zu jedem Zeitpunkt aus dem operativen Cashflow und mit den vorhandenen Kreditlinien finanzierbar. Um die erforderliche Kontinuität dieser Kreditlinien zu gewährleisten, werden die refinanzierenden Banken aktuell über die Entwicklung der Höft & Wessel AG informiert.

 
3. Umsatz und Ertragslage  
   
Eckdaten aus der Gewinn und Verlustrechnung 2003 2002
Gesamtleistung in Mio. EUR 91,0 80,5
Umsatz in Mio. EUR 89,0 78,0
Ergebnis (vor Minderheitenanteilen) vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Mio. EUR 3,1 (24,4)
Ergebnis vor Steuern nach Minderheitenanteilen (EBT) in Mio. EUR 1,8 (25,3)
EBT in % der Gesamtleistung 2,0 (31,4)
Jahresüberschuss / (Jahresfehlbeitrag) Nach Minderheitenanteilen in Mio. EUR 2,0 (26,5)
     
Deckungsbeitrag 1    
Umsatzerlöse (inkl. Bestandsveränderungen) in Mio. EUR 87,5 76,8
Materialaufwand in Mio. EUR 47,2 43,7
Deckungsbeitrag 1 in % 46,1 43,2
 
   
Der Umsatz der Höft & Wessel-Gruppe im Geschäftsjahr 2003 hat sich mit 89,0 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr um 14,1 % (2002: 78,0 Mio. EUR) gesteigert. Die Gesamtleistung beträgt 91,0 Mio. EUR und liegt damit um 13,0 % höher als im Vorjahr (2002: 80,5 Mio. EUR). Der Jahresüberschuss nach Minderheitenanteilen beträgt 2,0 Mio. EUR (Jahresfehlbetrag im Vorjahr: -26,5 Mio. EUR).

Im Berichtsjahr konnte der prozentuale Deckungsbeitrag um 2,9 Prozentpunkte gesteigert werden (Vorjahr: 1,9 Prozentpunkte) und erreichte 46,1 % des Umsatzes. Ursächlich war hier die Verbesserung der internen Prozesse, die zu insgesamt profitableren Projekten geführt hat.
 
   
4. Risiken der zukünftigen Geschäftsentwicklung
Das Risikomanagementsystem innerhalb der Höft & Wessel-Gruppe wird kontinuierlich weiterentwickelt und im Rahmen der Jahresabschlussprüfung von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Die wesentlichen, den Fortbestand des Unternehmens potenziell gefährdenden Risiken sind im Risikomanagementsystem analysiert und geeignete Maßnahmen zur Eliminierung oder Minimierung definiert worden. Auf Basis dieser Risikoanalyse treiben der Vorstand und die Führungskräfte der Gesellschaft weiterhin die Entwicklung des Systems voran. Das Risikohandbuch, in dem die Risiken des deutschen Teilkonzerns analysiert und die Gegenmaßnahmen aufgeführt sind, steht den deutschen Mitarbeitern über das firmeninterne Netzwerk zur Verfügung.

Bereits im Jahr 2002 hat der englische Teilkonzern eine grundlegende Neueinschätzung seiner Risiken vorgenommen und die wesentlichen Risiken identifiziert, bewertet und die Verantwortlichkeiten definiert. Im Jahr 2003 wurden darüber hinaus die Kommunikationsstrukturen festgelegt und die Ergebnisse im "Risk and Crisis Management Manual" festgehalten. Die regelmäßige Überprüfung des Risikofrüherkennungssystems erfolgt bei der Metric durch den Wirtschaftsprüfer KPMG. Die Überprüfung orientiert sich an den deutschen gesetzlichen Vorgaben.

Markt- und Umsatzrisiken begegnet Höft & Wessel durch möglichst langfristige vertragliche Bindungen der Kunden an das Unternehmen. Mit Großkunden werden nach Möglichkeit umfangreiche Rahmenverträge geschlossen. Dem Risiko sinkender Auftragseingänge aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation ist durch Maßnahmen der Gesellschaft nur bedingt entgegen zu wirken. Eine konsequente Verbreiterung der Kundenbasis in den einzelnen Geschäftsbereichen und die sukzessive Erschließung neuer Absatzmärkte durch neue Produkte und neue Vertriebsregionen reduzieren jedoch die Abhängigkeit von einzelnen Kunden und Absatzmärkten.

Den internen Risiken, die sich durch die Realisierung von Großprojekten ergeben können, begegnet Höft & Wessel durch die laufende Überprüfung der Projekte. Dafür ist ein internes Kalkulationssystem entwickelt worden, das genau auf die Belange des Vertriebs- und der Produktionssteuerung abgestellt ist. In der Kalkulation werden die einzelnen Geräte, die Entwicklung, die Softwarepakete und der Service detailliert auf der Zeitschiene geplant. Die Nutzung von SAP bringt für den deutschen Teilkonzern noch mal wesentliche Verbesserungen, da sie präzisere Projektkalkulationen und eine Kostenträgerrechnung ermöglicht.

Begleitende Maßnahmen wie Budgetierung und verstärktes Controlling dienen im deutschen Teilkonzern der Ermittlung zuverlässiger Planzahlen und der stetigen Überprüfung der laufenden Projekte. Im englischen Teilkonzern sind für Großprojekte wie beispielsweise den Auftrag von London Bus spezielle Projektverantwortliche (Manager und Support Team) definiert worden, um die Erfüllung der Vertragsvereinbarungen sicherzustellen. Zur Steuerung der internen Abstimmung und Koordination der unterschiedlichen Prozesse in Vertrieb, Entwicklung, Einkauf und Produktion bei der Abwicklung von Großprojekten, die sich über längere Zeiträume erstrecken können, ist für den deutschen Teilkonzern eine Interne Projektleitung etabliert.

Zur Sicherung der Produktqualität hat die Höft & Wessel-Gruppe eine Abteilung Qualitätsmanagement eingerichtet. Das Qualitätsmanagement prüft und optimiert insbesondere die Schnittstellen in den Prozessketten. Auch im englischen Teilkonzern bestehen definierte Prozesse und Abläufe, deren Einhaltung fortwährend kontrolliert wird. Die Verantwortlichkeiten bezüglich der Risiken sind definiert und fester Bestandteil der regelmäßigen Managementbesprechungen.

In allen Bereichen der Höft & Wessel-Gruppe wird Computer gestützt gearbeitet. Der Sicherung der unternehmensrelevanten Datenbestände wird daher besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Höft & Wessel unterhält seit Jahren ein zuverlässiges System zur Sicherung der Datenbestände. Dem Risiko des Know-how-Verlustes durch Mitarbeiterfluktuation steuert Höft & Wessel durch gezielte Maßnahmen entgegen.
 
   
Sonstige Angaben

1. Vorstand und Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2003 fanden keine Veränderungen im Vorstand der Höft & Wessel AG statt. Unverändert waren auch die Zuständigkeitsbereiche der Vorstandsmitglieder. Dr. Werner Andexser als Vorsitzender des Vorstandes hat seinen Tätigkeitsschwerpunkt in Forschung & Entwicklung und Produktion, Peter Claussen ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb und René Glasmacher ist als Finanzvorstand tätig.

Die Hauptversammlung der Höft & Wessel AG hat am 18. Juni 2003 die turnusgemäß anstehenden Neuwahlen des Aufsichtsrats der Höft & Wessel AG durchgeführt. Mit einer Mehrheit von 99,64 % des stimmberechtigten Grundkapitals sind die Aktionäre dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und haben Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus E. Goehrmann, Herrn Dr. Peter Versteegen, Herrn Michael Höft, Herrn Dr. Martin Künnemann und Herrn Rolf Wessel erneut in den Aufsichtsrat der Höft & Wessel AG gewählt. Herr Hinrich Peters wurde erstmalig zum Mitglied des Aufsichtsrates gewählt. Der Aufsichtsrat hat in seiner anschließenden konstituierenden Sitzung Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus E. Goehrmann zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Herrn Dr. Versteegen zu dessen Stellvertreter gewählt.

Nachdem zwischen Höft & Wessel und der Firma Zollner Elektronik AG, Zandt, im Dezember 2003 eine strategische Kooperation vereinbart wurde, wird der Vorstand der Hauptversammlung 2004 vorschlagen, einen Vertreter der Firma Zollner in den Aufsichtsrat der Höft & Wessel AG zu berufen.

2. Corporate Governance und Compliance
Vorstand und Aufsichtsrat der Höft & Wessel AG messen der Corporate Governance, den Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung, einen hohen Stellenwert bei. Mit der Verpflichtung zur Corporate Governance möchte Höft & Wessel das Vertrauen der Aktionäre, Geschäftspartner und Mitarbeiter weiter fördern. Die Weiterentwicklung des Deutschen Corporate Governance Kodex sind beraten worden und die Entsprechenserklärung ist der Öffentlichkeit über die Homepage des Unternehmens zugänglich gemacht worden. Um den unternehmensspezifischen Erfordernissen Rechnung zu tragen, ist Höft & Wessel den Empfehlungen der Kommission in wenigen, aus Sicht der Unternehmensleitung eher unwesentlichen Punkten, nicht gefolgt. Bestehende und über die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinaus gehende Regelungen wie die konzernweiten Insiderrichtlinien werden weiterhin beibehalten.

3. Aktie
Die Erstnotiz der Höft & Wessel AG am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte am 20. Juli 1998. Seit dem 1.1.2003 ist das Unternehmen im Prime Standard der Deutschen Börse notiert.

Der Aktienkurs der Höft & Wessel AG im Parketthandel der Frankfurter Wertpapierbörse stand am 2.1.2003 bei 1,60 EUR und schloss am 30.12.2003 bei 3,25 EUR. Der Kurs der Höft & Wessel-Aktie stieg damit im Jahresverlauf um 103 % und entwickelte sich damit deutlich besser als der Technology All Share Performance Index, der im gleichen Zeitraum von 425,87 Punkten am 2.1.2003 um 55,1 % auf 660,78 Punkte am 30.12.2003 stieg. Der Tiefststand der Aktie von 1,05 EUR wurde am 11.3.2003 erreicht, der Höchstwert von 4,33 EUR wurde am 5.11.2003 erreicht. Das Ergebnis pro Aktie beträgt unverwässert 0,26 EUR (Vorjahr: -3,43 EUR), verwässert beträgt das Ergebnis 0,25 EUR
(Vorjahr: -3,40 EUR).

4. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Mit Wirkung zum 1.4.2004 ist Thomas Wolf, bislang Leiter des Geschäftsbereiches Almex Information Systems (AIS), zum stellvertretenden Vorstandsmitglied der Höft & Wessel AG bestellt worden.

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine weiteren Vorgänge oder Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die das im vorliegenden Lagebericht vermittelte Bild des Konzerns beeinflussen.

5. Ausblick
Mit der Rückkehr zur Profitabilität im Geschäftsjahr 2003 hat Höft & Wessel eine gute Basis geschaffen für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Verschiedene Veränderungen in der Konzernstruktur sind in 2003 vorbereitet worden und werden in 2004 abschließend umgesetzt. Auf der Basis von Veränderungs- und Anpassungsbereitschaft stehen auch weiterhin Kostensenkungen und Effektivitätssteigerungen im Mittelpunkt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbesserung der Produktqualität. Höft & Wessel will die Kundenzufriedenheit steigern und langfristig die Marktanteile erhöhen.

Die Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und zur Prozessoptimierung im gesamten Konzern dienen dazu, die Profitabilität der Höft & Wessel-Gruppe langfristig zu steigern. Um dies auch im englischen Teilkonzern zu erreichen, wird die Fertigung ab 2004 teilweise auf Sublieferanten verlagert und damit dem allgemeinen Prinzip der Gruppe folgen.

Auch vor dem Hintergrund der mittlerweile optimistischeren Einschätzungen des Konjunkturverlaufs beurteilt Höft & Wessel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die das Gerüst für die allgemeine Geschäftsentwicklung darstellen, noch verhalten. Dem entsprechend erwartet Höft & Wessel für das Geschäftsjahr 2004 keine Umsatzsteigerungen, sondern strebt nach dem Großauftrag zur LkW-Maut die Konsolidierung des Konzernumsatzes in einer Bandbreite von 80-85 Mio. EUR an. Die Umsatzrendite wird über den rund 2 % des Geschäftsjahres 2003 erwartet.