Lagebericht
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IAS-KONZERN-LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2002
der Höft & Wessel AG, Hannover
 
   
Geschäftsverlauf

 
1. Geschäftsentwicklung im Überblick
Die gesamtwirtschaftliche Situation hat schwierige Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2002 geschaffen. Zwar konnte sich die Konjunktur in Europa von den massiven Rückgängen im Jahr 2001 leicht erholen, doch der noch im ersten Halbjahr erwartete Aufschwung setzte sich nicht durch. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Deutschland liegt nach 2001 und 2002 voraussichtlich auch in 2003 und damit zum ersten Mal nach Kriegsende über einen Zeitraum von drei Jahren bei weniger als 1 %. Steigende Arbeitslosenzahlen haben zu Kaufzurückhaltung der Konsumenten und in der Folge auch zu Investitionskürzungen bei den Kunden von Höft & Wessel geführt. Die Zurückhaltung der Kunden zeigte sich besonders im Bereich Handel & Logistik, der im Vergleich zum Vorjahr deutliche Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatte. Auch in anderen Geschäftssegmenten der Höft & Wessel-Gruppe war die Konjunkturschwäche deutlich spürbar. Beispielsweise hat das Geschäft mit den Check-in-Automaten für Fluglinien zunächst starke Einbrüche erlitten und sich erst gegen Ende des Jahres 2002 wieder belebt. Insgesamt konnten im vergangenen Geschäftsjahr geplante Umsätze nicht realisiert werden. In einzelnen Geschäftssegmenten der Gruppe hat sich zudem eine Intensivierung des Wettbewerbs ergeben, die eine Reduzierung der Margen zur Folge hatte. Den Erwartungen des Unternehmens zufolge ist mit einer kurzfristigen Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kaum zu rechnen.

Aufgrund der verschlechterten Konjunktur- und Marktbedingungen und einer entsprechend zurückhaltenden Prognose der künftigen Geschäftsentwicklung sowie der Fokussierung auf Kernprodukte waren zum Bilanzstichtag wesentliche außerplanmäßige Abschreibungen bei verschiedenen Aktivposten der Bilanz notwendig (vgl. im einzelnen die Erläuterungen zur Umsatz- und Ertragslage). Hiervon betroffen sind insbesondere das Vorratsvermögen mit Abschreibungen in Höhe von 11,5 Mio. EUR und Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von 2,3 Mio. EUR. Die nach IAS aktivierten Entwicklungsleistungen wurden außerplanmäßig um 2,0 Mio. EUR abgeschrieben. Zudem wurden Forderungen in Höhe von 1,7 Mio. EUR wertberichtigt. Insgesamt mussten die Rückstellungen um 3,2 Mio. EUR auf 7,5 Mio. erhöht werden. Davon entfiel ein zusätzlicher Aufwand auf Rückstellungen für noch zu leistende Entwicklungs und Garantieaufwände in Höhe von ca. 2,5 Mio. EUR. Aufgrund von Änderungen hinsichtlich des Beginns der Gewährleistungsfrist ergibt sich im Geschäft mit den Verkehrsbetrieben de facto eine Verlängerung des Gewährleistungszeitraums um bis zu 12 Monate, wodurch eine weitere Erhöhung der Rückstellungen für eventuelle Gewährleistungs und Kulanzansprüche notwendig wurde.

Für die Höft & Wessel-Gruppe war das Geschäftsjahr 2002 insoweit ein schwieriges Jahr. Die Tochtergesellschaften Almex GmbH und Höft & Wessel Skeye Webpanel AG weisen Verluste vor Steuern von 1,1 Mio. EUR bzw. 3,2 Mio. EUR aus. Die Metric verzeichnet nach Sonderbelastungen in Höhe von rund 4,2 Mio. EUR einen Verlust voe Steuern von 6,1 Mio. EUR (vgl. im einzelnen die Erläuterungen zur Umsatz und Ertragslage). Der Konzernverlust vor Steuern (und nach Minderheitenanteilen) in Höhe von 25,3 Mio. EUR (2001: 15,7 Mio. EUR) beinhaltet bereits die im vorhergehenden Absatz beschriebenen Positionen.

Angesichts der wirtschaftlichen Situation in den Hauptabsatzgebieten sind Umsatzsteigerungen in allen Teilbereichen des Konzerns, wie sie in den vergangenen Jahren erzielt werden konnten, auch in den kommenden Quartalen nicht zu erwarten. Um die Ergebnissituation zu verbessern, hat der Vorstand der Höft & Wessel AG deshalb auch im Jahr 2002 weitere Maßnahmen zur Senkung der Kosten ergriffen. Kernpunkte sind die Fokussierung der Ressourcen auf die Kernproduktbereiche, die signifikante Reduzierung der Sachkosten, die marktgerechte Anpassung der internen Prozesse und eine Optimierung der internen Strukturen, verbunden mit einem Abbau von personellen Kapazitäten. Bereits im dritten Quartal sind Maßnahmen zur Senkung der Mitarbeiterzahl durchgeführt, die Leitungsfunktionen personell reduziert und teilweise neu besetzt worden. Darüber hinaus gilt — abgesehen von einer gezielten Stärkung des Vertriebs — ein weitgehender Einstellungsstopp; entstandene Fluktuationen werden nach Möglichkeit intern wieder besetzt. Aus den genannten Maßnahmen ergibt sich nach Einschätzung des Vorstandes der Höft und Wessel AG für den Standort Hannover ein erhebliches Einsparungspotenzial in einer Größenordnung von 2,0 Mio. EUR, berechnet auf Jahresbasis.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2002 konnte die Gruppe aufgrund des Auftrags zur Entwicklung und Lieferung von Zahlstellen und Kassen zur Erhebung der LKW-Maut (nachfolgend Maut-Auftrag) einen Umsatz von 78,0 Mio. EUR erreichen. Konzernweit setzen sich die Umsätze wie folgt zusammen: Im Bereich Handel & Logistik konnte ein Umsatz von 16,2 Mio. EUR (Vorjahr, um Materiallieferungen an Subunternehmer bereinigt: 23,6 Mio. EUR) erzielt werden, im Bereich Parking wurde ein Umsatz von 18,7 Mio. EUR (Vorjahr: 18,6 Mio. EUR) erzielt. Umsatzstärkster Bereich ist Ticketing & Transport mit einem Umsatz von insgesamt 43,1 Mio. EUR (Vorjahr, um Materiallieferungen an Subunternehmer bereinigt: 35,6 Mio. EUR). Durch die Realisierung der Umsätze aus dem Maut-Auftrag in Höhe von 11,5 Mio. EUR konnten Umsatzrückgänge in anderen Konzernbereichen — insbesondere im Bereich Handel & Logistik — teilweise ausgeglichen werden. In den Planungen für das Jahr 2003 sind Umsätze in Höhe von rund 20 Mio. EUR durch den Maut-Auftrag enthalten.

Der Auftragseingang innerhalb der Gruppe — Indikator für die künftige Geschäftsentwicklung — liegt mit 96,0 Mio. EUR über dem bereits sehr hohen Auftragseingang des vergangenen Geschäftsjahres (2001: 82,2 Mio. EUR) und zeigt sich trotz der spürbaren Konjunkturschwäche im Mehrjahresvergleich und wegen des Großauftrags zur Lkw-Maut auf hohem Niveau stabil. Mit diesen hohen Auftragseingängen innerhalb der Gruppe ist konzernweit die Grundlage für das Geschäftsjahr 2003 gesichert und die Basis für eine deutlich bessere Ertragslage geschaffen. Der Auftragsbestand betrug zum 31.12.2002 47,9 Mio. EUR (Vorjahr: 29,9 Mio. EUR).
 
   
2. Entwicklung von Branche und Geschäftsfeldern
Die Höft & Wessel-Gruppe entwickelt, fertigt und vertreibt Hard- und Software. In den drei Geschäftssegmenten Handel & Logistik, Ticketing & Transport und Parking bietet die Gruppe komplette Systemlösungen an. Zur technischen Kernkompetenz gehören insbesondere die Basistechnologien für drahtlose Datenübertragung über Funk, wie WirelessLAN- , DECT- , FHSS- und GSM-Kommunikationssysteme. Außerdem bietet Höft & Wessel Softwarelösungen zur zentralen Datenauswertung durch Backoffice-Systeme an.

Eine Vielzahl von installierten Einheiten in den verschiedenen Produktbereichen sichert der Gruppe durch bestehende langfristige Verträge für Service- und Wartungsarbeiten einen soliden Basisumsatz. Die Geschäftstätigkeit von Höft & Wessel ist stark durch das Projektgeschäft geprägt und im Verlauf eines Geschäftsjahres gewöhnlich sehr zyklisch. Traditionell ist bei Höft & Wessel das vierte Quartal eines Geschäftsjahres das umsatzstärkste. Das hat sich im Geschäftsjahr 2002 bestätigt.

Ticketing & Transport
In diesem Geschäftsbereich sind die Ticketing- und Transportprodukte der gesamten Gruppe zusammengefasst. Trotz der schwierigen konjunkturellen Lage konnte sich dieser Geschäftsbereich im abgelaufenen Geschäftsjahr vergleichsweise gut entwickeln. Der Umsatz konnte von 38,5 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2001 auf 43,1 Mio. EUR in 2002 gesteigert werden.

Ausgehend von den vorhandenen Schlüsseltechnologien und Kernkompetenzen ist im Jahr 2002 mit dem Maut-Auftrag der Eintritt in das Geschäftsfeld der Straßennutzungsgebühren gelungen. Mit dem Auftrag zur Lieferung von Automaten für die Londoner City-Maut konnte neben der Muttergesellschaft Höft & Wessel AG auch das englische Tochterunternehmen Metric in diesem Geschäftsfeld Fuß fassen.

Toll Collect, das Konsortium aus DaimlerChrysler, Deutsche Telekom und Cofiroute S.A., hat Höft & Wessel den Auftrag erteilt, Zahlstellen-Automaten für die manuelle Erhebung der LKW-Maut zu liefern. Für die Berechnung der Maut sind ein automatisches Erhebungsverfahren mit einem fest installierten Fahrzeuggerät und ein manuelles Einbuchungsverfahren für Autobahnbenutzer ohne Fahrzeuggeräte vorgesehen. Die manuelle Einbuchung zur Entrichtung der Maut erfolgt nach Festlegung der Route und Startzeit vor dem jeweiligen Fahrtantritt. Die Bezahlung erfolgt über gängige Tankkarten und Kreditkarten oder in bar. Für diese manuelle Erhebung der Maut wird ein flächendeckendes Netz von Zahlstellen-Automaten im in— und ausländischen Einzugsgebiet der bundesdeutschen Autobahnen errichtet. Dieser Auftrag im neuen Geschäftsfeld der Straßennutzungsgebühren ist mit einem Volumen von ca. 31 Mio. EUR einer der größten in der Geschichte des Unternehmens. Die ersten Terminals für die manuelle Mauterhebung sind im Dezember 2002 ausgeliefert bzw. versandbereit gestellt worden.

Von der britischen Busbetreibergesellschaft London Bus Service Ltd. hat die Metric Group Ltd. den Zuschlag für die Lieferung von stationären Ticketautomaten für die Londoner Bushaltestellen erhalten. Der bisherige Ticketverkauf im Bus wird umgestellt auf den Verkauf an stationären Ticketautomaten, die direkt an den Bushaltestellen errichtet werden. Der Ticketkauf bereits vor dem Betreten des Busses ermöglicht den Fahrgästen ein deutlich schnelleres Einsteigen; damit wird höhere Kundenfreundlichkeit und Effizienz in der Fahrgastbeförderung erreicht. Die Ausschreibung umfasst die Wartung der Automaten und als Dienstleistung auch den Betrieb dieses Fahrkartenverkaufssystems. Metric hat hiermit einen der wichtigsten Aufträge in der Firmengeschichte erhalten, der das Potenzial für künftige erhebliche Umsatzzuwächse beinhaltet. Die Höft & Wessel-Gruppe unterstreicht mit diesem Auftrag ihre Position als bedeutender Anbieter von Ticketverkaufssystemen in Europa.

Im internationalen Geschäft mit den Check-in-Automaten für Fluggesellschaften hat sich nach deutlichen Einbrüchen zu Jahresbeginn im Jahresverlauf eine leichte Erholung gezeigt. Mittlerweile sind die Check-in-Terminals von Höft & Wessel über verschiedene Fluggesellschaften in fast allen Ländern der EU im Einsatz. Am Flughafen Wien installiert Höft & Wessel über die Tochtergesellschaft Metric in Kooperation mit der Materna GmbH Information & Communications erstmalig Check-in-Terminals zur Nutzung durch Passagiere mehrerer Fluggesellschaften. Die Check-in-Terminals können für das Einchecken bei grundsätzlich allen Airlines genutzt werden, deren Software über den erforderlichen CUSS-Standard (Common Use Self Service) verfügt. Höft & Wessel rechnet im Geschäft mit den Check-in-Terminals für die kommenden Monate mit einer weiteren Belebung und steigenden Umsätzen. Nach der Lufthansa und der skandinavischen Airline SAS haben weitere Luftfahrtgesellschaften Check-in-Terminals geordert. Hierzu zählen die British Midland und Spanair, die im Laufe des Jahres 2003 beliefert werden.

Größter langjähriger Einzelkunde der Höft & Wessel AG ist auch im Geschäftsjahr 2002 die Deutsche Bahn gewesen. Von der Deutschen Bahn wurden neben Serviceleistungen, stationären Automaten und mobilen Geräten für das e-Ticketing im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr auch verschiedene Software-Entwicklungen beauftragt.

Insgesamt konnte Höft & Wessel die Vertriebswege der englischen Tochtergesellschaft Metric für alle Geschäftssegmente intensiver nutzen. Im zweiten Quartal 2002 hat z. B. die Busbetreibergesellschaft von Thessaloniki über Metric weitere 500 Ticketautomaten almex.mtv für den mobilen Ticketverkauf geordert. Damit sind in Thessaloniki mittlerweile mehr als 1000 dieser Ticketautomaten im Einsatz.

Handel & Logistik
Höft & Wessel entwickelt und vertreibt im Geschäftsbereich Handel & Logistik Mobile Datenerfassungsgeräte zur Erfassung, Zwischenspeicherung und Verarbeitung von Daten. Die Systeme dienen dazu, das Bestellwesen, die Warenlogistik, die Inventur, den Wareneingang und die Warenflusskontrolle in Handelsorganisationen schneller, sicherer und einfacher zu gestalten. Die Folgen der Konsum- und Investitionszurückhaltung aufgrund der schlechten Konjunktur zeigten sich für Höft & Wessel insbesondere im Bereich Handel & Logistik. Der Umsatz belief sich auf 16,2 Mio. EUR (Vorjahr: 28,1 Mio. EUR).

Für den Markt der Mobilen Datenerfassungsgeräte bietet Höft & Wessel Produkte, die das verstärkt nachgefragte Standardbetriebssystem WIN CE nutzen.

Mit der australischen Magellan Technology Pty Ltd. hat Höft & Wessel eine Vertriebsvereinbarung für den "tunnel reader", eine der neuesten Entwicklungen im Bereich der Transponder-Technologie abgeschlossen, die u.a. für die Warenauszeichnung im Handel eingesetzt werden kann. Über stationäre Anlagen wie den "tunnel reader" bietet Höft & Wessel nun auch die schnelle und sichere Verarbeitung von großen Mengen Transponder-Daten an und erweitert damit seine Produktpalette um einen weiteren wichtigen zukunftsträchtigen Baustein.

Auf die wichtigsten Kunden im Bereich Handel & Logistik — Edeka, Ihr Platz, German Parcel, Aldi, KiK, dm, Lekkerland und Rossmann — entfielen im Geschäftsjahr 2002 etwa 65 % der Konzernumsätze in diesem Geschäftssegment.

Die Vermarktung des mobilen Internetcomputers skeye.pad, dem Produkt der Höft & Wessel Skeye Webpanel AG, war im abgelaufenen Geschäftsjahr schwierig. Obwohl die Zahl der aktiven Kunden gegenüber dem Vorjahr bereits deutlich erhöht werden konnte, wurde das Umsatzziel deutlich unterschritten. Ziel ist es, über verschiedene Partner und Distributoren neue Kundenkreise und Anwendungsbereiche für das skeye.pad zu erschließen.

Parking
Im Bereich Parking innerhalb der Höft & Wessel-Gruppe ist die englische Tochtergesellschaft Metric tätig. Im Produktbereich der "Pay & Display"-Automaten — Automaten, an denen für eine bestimmte Parkdauer Parkscheine gelöst werden können, die sichtbar im Fahrzeug hinterlegt werden — ist Metric seit Jahren Marktführer in Großbritannien. Auch international zählt Metric hier zu den größten Anbietern.

Ebenfalls für die Erhebung von Mautgebühren liefert Metric, die englische Tochtergesellschaft der Höft & Wessel AG, Automaten, an denen die seit Februar 2003 fällige Londoner Innenstadt-Maut bezahlt werden kann. Die über 100 stationären Automaten sind in den Parkzonen und der Innenstadt aufgestellt worden.

Die unerwartet schwierige Marktentwicklung hatte bei der Metric bereits im Jahr 2001 Restrukturierungen und eine Neuausrichtung notwendig gemacht. Auch im Geschäftsjahr 2002 standen Maßnahmen im Vordergrund, um das Tochterunternehmen wieder profitabel zu machen: Dazu gehört die marktgerechte Weiterentwicklung der bestehenden Produktpalette, die weitere Senkung der Fixkosten und gleichzeitig eine Stärkung des nationalen wie internationalen Vertriebs sowie die intensive Betreuung des weltweiten Distributorennetzes zur soliden Verbreiterung der Kundenbasis.

Das Segment Parking hat sich im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 18,7 Mio. EUR neutral entwickelt und konnte das Umsatzniveau des Vorjahres halten (2001: 18,6 Mio. EUR).
   
3. Produktion und Beschaffung
Innerhalb der Höft & Wessel-Gruppe verfügt lediglich die englische Tochtergesellschaft Metric-Group über eigene Fertigungseinrichtungen für Endmontage und Endtests. Die Beschaffung für die in Großbritannien produzierten Park- und Ticketautomaten obliegt der Verantwortung des englischen Teilkonzerns. Das Produktionsmanagement, die Prozessorganisation und die Maßnahmen zur Qualitätssicherung sind auf die spezifischen Anforderungen des englischen Teilkonzerns ausgerichtet. Die Höft & Wessel AG wie auch die anderen Unternehmen der deutschen Gruppe konzentrieren sich vorwiegend auf das Produktionsmanagement, die Entwicklung von Testsystemen und die Qualitätssicherung sowie auf die Endkontrolle, sie fertigen jedoch nicht selbst. Die Produktion der von Höft & Wessel gelieferten Produkte erfolgt in der Regel über erprobte Partnerunternehmen, die von Höft & Wessel regelmäßig überprüft werden. Dies geschieht generell vor einer ersten Auftragsvergabe an einen neuen Subunternehmer und zusätzlich vor großen Einzelaufträgen. Für alle Fertigungspartner verfügt Höft & Wessel über Alternativen und vermeidet auf diese Weise Abhängigkeiten von den Subunternehmern.

Bei der Fertigung durch unterschiedliche Subunternehmer hat Höft & Wessel in der Vergangenheit nahezu das gesamte Produktionsmaterial zentral beschafft und es den Subunternehmern produktionsauftragsbezogen bereitgestellt. Bei ausgewählten Fertigungspartnern ist Höft & Wessel dazu über gegangen, den Einkauf von Bauteilen direkt durch die Subunternehmer vornehmen zu lassen und hat mit den auf elektronische Bauteile spezialisierten Fertigungspartnern Rahmenverträge über komplette Produkte geschlossen. Dadurch werden die Abstimmungsprozesse verbessert und gleichzeitig die Lagerbestände bei Höft & Wessel reduziert. Ein vollständige Verlagerung der Bauteilbeschaffung ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich und wird deshalb bei einigen Lieferanten weiterhin durch die Konzernzentrale vorgenommen: So bestehen für bestimmte Komponenten bindende Einkaufskontrakte, bei anderen Bauteilen trägt die Beschaffung durch Höft & Wessel zu niedrigeren Herstellkosten bei. Auch Bauteile, die noch bei Höft & Wessel bevorratet sind, werden anteilig an die Fertigungspartner veräußert. Bereits im Jahr 2001 an einen Fertigungspartner veräußerte, aufgrund der technologischen Weiterentwicklung jedoch inzwischen nicht mehr zu verwendende Bauteile sind von Höft & Wessel im Jahr 2002 aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung wieder übernommen und in Höhe von 4,9 Mio. EUR abgeschrieben worden.

Durch eine Verbesserung der Beschaffungsabläufe bei Höft & Wessel ist mittlerweile eine genauere Disposition möglich, die zu kürzeren Lagerzeiten des Materials und damit auch zu einer Reduzierung des Vorratsvermögens führen soll. Insgesamt konnte die Zahl der Wareneingänge in Hannover gegenüber dem vorhergehenden Geschäftsjahr nahezu halbiert werden; die Anzahl der einzelnen Bestellpositionen konnte um ca. 20 % reduziert werden.
 
   
4. Investitionen
Die Zugänge zum Anlagevermögen (ohne Finanzanlagen) lagen im Jahr 2002 bei 5,25 Mio. EUR (Vorjahr: 8,80 Mio. EUR). Davon entfällt auf aktivierte Entwicklungsleistungen ein Zugang von 3,52 Mio. EUR (Vorjahr: 4,24 Mio. EUR). Im Jahr 2002 konzentrierten sich die getätigten Investitionen auf die notwendigen Anschaffungen von Werkzeugen und von Hard und Software für PCs und Workstations.
 
   
5. Mitarbeiter
Zum 31. Dezember 2002 beschäftigte die Höft & Wessel-Gruppe insgesamt 529 Mitarbeiter. Im Vorjahr waren es 527 Mitarbeiter. Die Anzahl der Beschäftigten belief sich im Jahresdurchschnitt auf 528 Mitarbeiter (Vorjahr: 543 Mitarbeiter). Der Rückgang der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl ist auf die Umsetzung des Kostensenkungsprogramms bei der Metric im Jahr 2001 zurückzuführen. Bedingt durch die Erhöhung der durchschnittlichen Zahl der Auszubildenden von 16 im Jahr 2001 auf 25 im Jahr 2002 ist der Personalrückgang am Standort Hannover hinsichtlich der Kosten durchaus spürbar, wirkt sich jedoch hinsichtlich der Beschäftigtenzahlen weniger stark aus.
 
   
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage  
   
1. Vermögenslage  
    2002 2001
Anlagenintensität (Anlagevermögen / Bilanzsumme) 31,0 % 31,6 %
       
Vorratsintensität (Vorratsvermögen / Bilanzsumme) 20,6 % 25,8 %
       
Forderungsintensität (Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen / Bilanzsumme)
36,0 % 29,4 %
       
Eigenkapitalquote 31,0 % 49,3 %
 
Die Verminderung der Vorratsintensität ist wesentlich auf die im Jahr 2002 vorgenommenen Abschreibungen in Höhe von 11,5 Mio. EUR zurückzuführen.

Der Buchwert des Anlagevermögens ist insbesondere aufgrund von Abschreibungen auf Finanzanlagen um ca. 21,3 % gesunken, aufgrund der ebenfalls niedrigeren Bilanzsumme hat sich die Anlagenintensität jedoch nur geringfügig verändert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr absolut nur wenig, die Forderungsintensität ist aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme jedoch deutlich gestiegen und beträgt 36,0 % (2001: 29,4 %).

Zum 31. Dezember 2002 bestanden Bankverbindlichkeiten in Höhe von 19,4 Mio. EUR (Vorjahr: 20,8 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit 18,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (16,0 Mio. EUR) um 16,3 % gestiegen. Das Eigenkapital liegt zum Bilanzstichtag bei 24,9 Mio. EUR, die Eigenkapitalquote beträgt 31,0 % der Bilanzsumme (2001: 49,3 %).
 
   
2. Finanzlage und Liquiditätslage
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit konnte im Jahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr von – 1,1 Mio. EUR auf 2,7 Mio. EUR gesteigert werden. Die im Vorjahr etablierte Kreditlinie für Forderungsverkäufe im Rahmen unechter Pensionsgeschäfte wurde im Jahresverlauf in einem schwankenden Volumen teilweise ausgenutzt und war am 31.12.2002 mit 4,5 Mio. EUR in Anspruch genommen.

Am 20. Dezember 2001 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals eine Kapitalerhöhung um 300.000 EUR beschlossen, die bereits langfristig geplant war. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Die neuen Aktien wurden in voller Höhe platziert. Der Ausgabekurs betrug 10,00 EUR je Stückaktie. Durch die Kapitalerhöhung ergab sich für die Höft & Wessel AG vereinbarungsgemäß im April 2002 ein Mittelzufluss von insgesamt 3 Mio. EUR. Das Grundkapital der Höft & Wessel AG hat sich damit von 7,425 Mio. EUR auf 7,725 Mio. EUR erhöht. Das hat zur Sicherung der Liquidität beigetragen. Die sonstigen Kreditlinien und Bankverbindungen sind weitgehend unverändert geblieben. Aufgrund des zyklischen Geschäftsverlaufes und des auch in diesem Geschäftsjahr umsatzstarken 4. Quartals war die Inanspruchnahme der Kreditlinien mit einem entsprechenden Vorlauf von 3 Monaten, der sich aus dem Materialbeschaffungszeiträumen ergibt, im zweiten Halbjahr tendenziell größer als im ersten Halbjahr. Beigetragen hierzu hat auch der Anlauf der Serienproduktion des Projektes "LkwMaut". Die notwendige Projektfinanzierung wurde durch entsprechende Kontokorrent-Linien und eine Forfaitierungslinie sicher gestellt. Die Inanspruchnahme zum 31.12.2002 betrug 1,3 Mio. EUR.

Basierend auf der vorliegenden Planung sind im Jahr 2003 sämtliche Zahlungsverpflichtungen zu jedem Zeitpunkt aus dem operativen Cashflow und mit den vorhandenen Kreditlinien erfüllbar. Insgesamt ergibt sich trotz der geplanten, leicht steigenden Umsätze im laufenden Geschäftsjahr kein zusätzlicher Refinanzierungsbedarf, die derzeitigen Kreditlinien in der jetzigen Form reichen aus.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben aufgrund hoher Abschreibungen und ausgeprägter Risikovorsorge im Bereich Finanzdienstleistung und insbesondere bei einigen Banken zu Verlusten geführt. Zusätzlich werden die Banken im Kreditbereich durch neue Regeln belastet, die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht aufgestellt wurden, kurz Basel II genannt, und international die Unterlegung von Krediten mit mehr Eigenkapital als bisher fordern. Auch deshalb ist die wirtschaftliche Lage des Kreditsektors derzeit ausgesprochen schwierig.

Um sicherzustellen, dass die refinanzierenden Banken über die Entwicklung und die Lage der Höft & Wessel AG zeitnah und im Detail informiert sind, steht der Vorstand regelmäßig mit den Banken in Verbindung.
 
   
3. Umsatz und Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2002 hat sich das Volumen von Bauteilverkäufen an die Fertigungspartner deutlich reduziert, die Umsatzerlöse 2002 beinhalten entsprechende Erlöse lediglich in Höhe von 0,7 Mio. EUR (im Vorjahr 7,4 Mio. EUR). Um eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten zu ermöglichen, sind die Angaben der Vorjahreswerte um diese Umsätze bereinigt worden.

Der Umsatz der Höft & Wessel-Gruppe im Geschäftsjahr 2002 lag mit 78,0 Mio. EUR (Vorjahr: 77,8 Mio. EUR) auf Vorjahresniveau. Die Gesamtleistung beträgt 80,5 Mio. EUR und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (2001: 83,6 Mio. EUR) gesunken. Das Periodenergebnis nach Minderheitenanteilen betrug – 26,5 Mio. EUR (Vorjahr: – 14,0 Mio. EUR).

Der prozentuale Deckungsbeitrag 1 erhöhte sich um 1,9 Prozentpunkte und lag bei 43,2 % des Umsatzes (2001: 41,3 %).

Im Geschäftsjahr 2002 reduzierte sich der Personalaufwand aufgrund der Sparmaßnahmen auf 22,2 Mio. EUR (Vorjahr: 24,4 Mio. EUR). Bezogen auf die Gesamtleistung ergibt sich eine Verringerung auf 27,6 % im Geschäftsjahr 2002 (Vorjahr: 29,2 %).
 
   
   
   
  Eckdaten aus der Gewinn und Verlustrechnung 2002 2001
Gesamtleistung in Mio. EUR 80,5 83,6
Umsatz in Mio. EUR 78,0 77,8
Ergebnis (vor Minderheitenanteilen) vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Mio. EUR (24,4) (14,4)
Ergebnis vor Steuern nach Minderheitenanteilen (EBT) in Mio. EUR (25,3) (15,7)
EBT in % der Gesamtleistung (31,4) (17,3)
Periodenergebnis nach Minderheitenanteilen in Mio. EUR (26,5) (14,0)
       
  Deckungsbeitrag 1    
Umsatzerlöse in Mio. EUR (inkl. Bestandsveränderungen) 76,8 78,8
Materialaufwand in Mio. EUR 43,7 46,3
Deckungsbeitrag 1 in % 43,2 41,3
   
Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2002 wurde durch die folgenden negativen Ergebnisbeiträge wesentlich beeinflusst:

Abschreibungen Umlaufvermögen in Höhe von 11,5 Mio. EUR
Die Abschreibungen auf das Umlaufvermögen betreffen Vorratsvermögen. Diese beinhalten im deutschen Konzernkreis u.a. von einem Subunternehmer zurückerworbenes Material, das aufgrund der technologischen Weiterentwicklungen nicht mehr verwendet werden kann (4,9 Mio. EUR). Zudem wurden Produktionsmaterial und Fertigerzeugnisse im Zusammenhang mit einem Produkt, das sich am Markt nicht durchsetzen konnte, abgeschrieben (1,6 Mio. EUR). Betroffen waren auch Auslaufprodukte, Überbestände an kundenspezifischen Fertigerzeugnissen sowie nicht mehr verwertbare auftragsbezogene Entwicklungsleistungen (insges. 1,8 Mio. EUR). Der englische Teilkonzern hat nach einer Prüfung der Werthaltigkeit des Vorratsvermögens Abschreibungen in Höhe von 2,5 Mio. EUR vorgenommen, die Almex GmbH und die Höft & Wessel Skeye Webpanel AG haben Abwertungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR bzw. 0,4 Mio. EUR vorgenommen.

Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von 2,3 Mio. EUR
Über die 25,8 %ige Beteiligung an der TRUCK24 AG ist Höft & Wessel im Telematik-Markt vertreten. TRUCK24 bietet auf einer Hard- und Softwareplattform Services für Speditionen an. Das Angebot von TRUCK24 umfasst Kommunikation, Navigation und Ortung, Auftragsverwaltung, Flottenmanagement, Elektronisches Fahrtenbuch, Auskunftssysteme und mobile Services. Alle Services basieren auf den Standardtechnologien des mobilen Telefonierens, der globalen Ortung und des Internets. Die Hardware — das TruckPad — ist ein Produkt der Höft & Wessel Skeye Webpanel AG.

Die ab August 2003 in Deutschland geplante LKW-Maut hat hinsichtlich der von TRUCK24 angebotenen Telematikdienste für eine Sensibilisierung und deutliche Verunsicherung des Marktes gesorgt. In der Folge war eine Investitionszurückhaltung der gesamten Transportbranche zu verzeichnen. TRUCK24 konnte zwar absolut steigende Auftragseingänge verzeichnen, blieb aber dennoch deutlich unter den ursprünglichen Planungen. Das Ergebnis 2002 der Beteiligungsgesellschaft ist ebenfalls erneut deutlich negativ. Vor diesem Hintergrund und wegen der unsicheren weiteren Geschäftsentwicklung erfolgte die Abschreibung des langfristigen Gesellschafterdarlehens (1,3 Mio. EUR) und erklärt sich der Aufwand aus der Equity-Bilanzierung der Beteiligung (1,0 Mio. EUR).

Goodwill-Abschreibungen von insgesamt 0,5 Mio. EUR
Aufgrund der Verlustsituation des Unternehmens und des mehrjährigen Unterschreitens der Umsatzerwartungen wurde der Goodwill der Almex GmbH in Höhe von TEUR 459 vollständig abgeschrieben.

Abschreibung der nach IAS aktivierten Entwicklungsleistungen
Die anhaltend schlechte konjunkturelle Lage und die veränderten Absatzmöglichkeiten haben eine Anpassung der Einschätzung künftiger Marktchancen für Produkte zur Folge gehabt. Aufgrund dessen sind sowohl bei der Höft & Wessel AG (1,4 Mio. EUR) als auch bei der Metric (0,6 Mio. EUR) nach IAS aktivierte Entwicklungsleistungen nicht im üblichen Zeitrahmen von vier Jahren, sondern zeitlich vorgezogen bereits zum Bilanzstichtag voll abgeschrieben worden.

Abschreibungen im englischen Teilkonzern
Die oben beschriebenen Sonderbelastungen in Höhe von 4,2 Mio. EUR des englischen Teilkonzerns umfassen außerordentliche Abschreibungen auf das Umlaufvermögen und die aktivierten Entwicklungsleistungen in Höhe von 2,5 Mio. EUR bzw. 0,6 Mio. EUR. Zudem mussten Auslandsforderungen in Höhe von 0,5 Mio. EUR wertberichtigt und die Rückstellungen für eventuelle Gewährleistungs- und Kulanzansprüche um 0,6 Mio. EUR erhöht werden.
   
4. Risiken der zukünftigen Geschäftsentwicklung
Das Risikomanagementsystem im deutschen Teilkonzern wurde im Jahr 2002 fortentwickelt. Ziel ist es, alle wesentlichen Risiken vollständig zu erfassen und permanent zu überwachen. Die bestehenden Risiken wurden bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Folgen bewertet. Für die jeweiligen Risiken wurden geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung entwickelt, die bei einer unerwünschten Entwicklung von Projekten frühzeitig greifen sollen. Das Risikohandbuch, in dem die Risiken des deutschen Teilkonzerns analysiert sind, steht den deutschen Mitarbeitern über das firmeninterne Netzwerk zur Verfügung. Auch im englischen Teilkonzern ist ein eigenes Risikofrüherkennungssystem im Aufbau. In Anlehnung an das Risikofrüherkennungssystem im deutschen Teilkonzern sind die grundlegenden Risiken im englischen Teilkonzern ebenfalls identifiziert und bewertet worden.

Vor dem Hintergrund mitunter schwer prognostizierbarer Marktentwicklung sollen die vorhandenen Systeme zur Planung, Organisation und Überwachung des Konzerns angemessen fortentwickelt und die Umsetzung von Maßnahmen der Risikofrüherkennung forciert werden, um eine Angemessenheit in allen Unternehmensbereichen zu gewährleisten.

Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung von Höft & Wessel und des Absatzes von Produkten kann sich das Risiko ergeben, dass sich prognostizierte Umsätze nicht erreichen lassen, weil die Nachfrage unter den Erwartungen bleibt und sich die Märkte nicht wie prognostiziert entwickeln. Eine langfristige vertragliche Bindung der Kunden an das Unternehmen dient dazu, die externen Marktrisiken wie Preis und Absatz der Produkte möglichst gering zu halten. Zu diesem Zweck werden mit Großkunden nach Möglichkeit umfangreiche Rahmenverträge abgeschlossen.

Es können sich durch die Abwicklung von Großprojekten auch interne Risiken ergeben, die in einer unzulänglichen Projektkalkulation begründet sein können. Diesen Risiken wird durch den weiter fortschreitenden Aufbau eines umfassenden Risikomanagementsystems entgegengewirkt. Begleitende Maßnahmen wie Budgetierung und verstärktes Controlling dienen im deutschen Teilkonzern der Ermittlung zuverlässiger Planzahlen und der stetigen Überprüfung der laufenden Projekte. Sollte sich zeigen, dass sich ein Projekt nicht planmäßig entwickelt, werden umgehend die notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Die regelmäßig stattfindenden ProjektReviews dienen dazu, auch eventuellen Verzögerungen, die sich in der Entwicklung ergeben, frühzeitig entgegenzuwirken, um Umsatzverschiebungen und Vertragrisiken zu vermeiden. Im englischen Teilkonzern sind für Großprojekte wie beispielsweise den Auftrag von London Bus spezielle Projektverantwortliche (Manager und Support Team) berufen worden, um die Erfüllung der Vertragsvereinbarungen sicherzustellen.

Insbesondere Großprojekte, die sich über einen längeren Zeitraum hinziehen und alle Bereiche des Unternehmens tangieren, binden grundsätzlich interne Ressourcen zur Steuerung aller Prozesse für die Realisierung des Projektes. Zur Steuerung der internen Abstimmung und Koordination der unterschiedlichen Prozesse in Vertrieb, Entwicklung, Einkauf und Produktion ist für den deutschen Teilkonzern die Interne Projektleitung etabliert worden. Die interne Kommunikation wird durch regelmäßig stattfindende Treffen zwischen dem Vorstand und den Business-Unit-Leitern gesichert. Abteilungssitzungen in den einzelnen Fachbereichen sowie wöchentliche Abteilungsleitertreffen gewährleisten die bereichsübergreifende Kommunikation. Um eventuellen Liquiditätsengpässen, die sich beispielsweise durch die allgemeine Geschäftsentwicklung oder die Vorfinanzierung von Großprojekten ergeben können, vorzubeugen, ist die im Jahr 2001 eingeführte eine neue Liquiditätsplanung mit verfeinertem Berichtswesen sowie Analyse- und Steuerungsmöglichkeiten, die auch den Banken zur Verfügung gestellt wird, zur Routine geworden.

Die Höft & Wessel AG entwickelt, produziert und vertreibt technologisch anspruchsvolle Endgeräte mit kundenspezifischen Leistungsmerkmalen. Aus dem komplexen, unter permanentem Termindruck stehenden Projektgeschäft entsteht notwendig ein Qualitätsrisiko, das zu Folgekosten führen kann. Zur Sicherung der Qualität wurde eine eigene Abteilung Qualitätssicherung / Qualitätsmanagement zur Prüfung und Optimierung der Schnittstellen in den Prozessketten bei der Höft & Wessel AG eingerichtet. In den einzelnen operativen Bereichen werden verantwortliche Qualitätsbeauftragte benannt. Auch im englischen Teilkonzern bestehen definierte Prozesse und Abläufe, deren Einhaltung fortwährend kontrolliert wird. Die Verantwortlichkeiten bezüglich der Risiken sind definiert und fester Bestandteil der regelmäßigen Managementbesprechungen.

Der Geschäftsbetrieb und der Erfolg der Höft & Wessel-Gruppe hängt in hohem Maße von der Sicherung der unternehmensrelevanten Datenbestände ab. Höft & Wessel unterhält seit Jahren ein zuverlässiges System zur Sicherung der Datenbestände. Dem Risiko des Know-how-Verlustes durch Mitarbeiterfluktuation steuert Höft & Wessel durch Maßnahmen wie Mitarbeiterbeteiligungsprogramme und der Verlängerung der vertraglichen Kündigungsfristen bewusst entgegen. Im englischen Teilkonzern tragen Maßnahmen der betrieblichen Altersvorsorge zur Mitarbeiterbindung bei.
Sonstige Angaben

1. Vorstand und Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2002 fanden keine Veränderungen im Vorstand der Höft & Wessel AG statt. Unverändert sind auch die Zuständigkeitsbereiche der Vorstandsmitglieder. Dr. Werner Andexser als Vorsitzender des Vorstandes hat seinen Tätigkeitsschwerpunkt in Forschung & Entwicklung und Produktion, Peter Claussen ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb und René Glasmacher ist als Finanzvorstand tätig.

Herr Marco Hahn hat im dritten Quartal 2002 sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrates bei der Höft & Wessel AG niedergelegt. Im Zuge der kürzlich erfolgten Umstrukturierung der Capital Stage AG ist Herr Hahn zum Vorstandsvorsitzenden berufen worden und trägt mit der Reduzierung seiner Aufsichtsratsmandate den gestiegenen zeitlichen Anforderungen Rechnung.

2. Corporate Governance und Compliance
Vorstand und Aufsichtsrat der Höft & Wessel AG haben die konzernweit bestehenden internen Richtlinien der Unternehmensführung und -kontrolle überarbeitet und auf Basis des geltenden Deutschen Corporate Governance Kodex ergänzt. Mit der Verpflichtung zur Corporate Governance möchte Höft & Wessel das Vertrauen der Aktionäre, Geschäftspartner und Mitarbeiter fördern.

Bestehende und über die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinausgehende Regelungen wie die konzernweiten Insiderrichtlinien werden weiterhin beibehalten. Um jedoch den unternehmensspezifischen Erfordernissen Rechnung zu tragen, ist Höft & Wessel den Empfehlungen der Kommission in wenigen, aus Sicht der Unternehmensleitung eher unwesentlichen Punkten, nicht gefolgt. Vorstand und Aufsichtsrat der Höft & Wessel AG werden jährlich über die Corporate Governance Grundsätze beraten und eventuelle Abweichungen darlegen. Der Deutsche Corporate Governance Kodex wie auch die Entsprechenserklärung sind der Öffentlichkeit auf der Internetseite des Unternehmens dauerhaft zugänglich.

3. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge oder Ereignisse eingetreten, die das im vorliegenden Lagebericht vermittelte Bild der Gesellschaft beeinflussen.

4. Forschung & Entwicklung
Um die Stärken des Unternehmens, innovative Produkte und kurze Entwicklungszeiten, zu erhalten, ist ein hoher Anteil der Mitarbeiter im Bereich Forschung & Entwicklung tätig. Mit Ausnahme der Entwicklung von Produkten für den Bereich Parking findet die Entwicklung der Produkte in der Zentrale in Hannover statt.

Im Bereich Forschung & Entwicklung lag ein Schwerpunkt auf der Entwicklung neuer Produkte und Technologien. Ausgehend von der Entwicklung des skeye.pad hat Höft & Wessel in den verschiedenen Geschäftssegmenten die Entwicklung von Nachfolgeproduktgenerationen auf Basis von WIN CE begonnen. Insbesondere im Bereich Handel & Logistik lag der Fokus auf dem Ausbau der Produktpalette mit Windows CE-Betriebssystem. Mit dem Betriebssystem WIN CE bietet Höft & Wessel ein am Markt stark nachgefragtes Standardbetriebssystem, das die Basis für deutlich leistungsfähigere, schnellere Produkte mit höherer Speicherkapazität und mehr Funktionalitäten ist. Generell werden Querschnittstechnologien nur einmal entwickelt und dann übergreifend von allen Geschäftsbereichen vermarktet. Derzeit entwickelt Höft & Wessel für die verschiedenen Geschäftssegmente Nachfolgeproduktgenerationen auf WIN CE-Basis: Ein neues Mobiles Datenerfassungsgerät, das bereits auf der CeBIT 2003 vorgestellt wurde, ein neues mobiles Terminal für den Fahrkartenverkauf und einen neuen elektronischen Fahrscheindrucker zum Ticketverkauf in Bussen und Bahnen.

Im Mittelpunkt stand außerdem die Entwicklung der Terminals zur manuellen Erhebung der LKW-Maut. Darüber hinaus wurde die bestehende Produktpalette hauptsächlich hinsichtlich ihrer Software-Leistungsmerkmale weiter entwickelt und angepasst.

Im englischen Teilkonzern findet die Entwicklung für die Parking-Produkte statt. Im Bereich der Hardware-Entwicklung lag der Schwerpunkt neben der Integration neuer Bezahlmöglichkeiten mit Kartensystemen wie beispielsweise "Chip and PIN", der Erhöhung der Prozessorleistung und der Erweiterung von Kommunikations-Interfaces vor allem auf der Senkung der Herstellkosten. Im Bereich der Software-Entwicklung standen die Integration weiterer Software-Applikationen und die Realisierung spezieller Funktionalitäten für größere Kundenprojekte im Vordergrund.

5. Ausblick
Höft & Wessel arbeitet weiter daran, das Unternehmen marktgerecht zu positionieren. Dazu gehört die notwendige Anpassung der internen Prozesse und Führungsstrukturen ebenso wie eine verbesserte Integration der Tochtergesellschaften. Das Unternehmen wird im Jahr 2003 die Kostenstrukturen weiter anpassen. Es gilt eine strikte Ausgabenkontrolle und ein weitgehender Einstellungsstopp, zudem werden in 2003 weitere deutliche Reduzierungen des Personalaufwandes erfolgen. Höft & Wessel passt sich dem schwierigen Marktumfeld und den aus Sicht des Unternehmens weiterhin verhaltenen wirtschaftlichen Perspektiven für das laufende Geschäftsjahr 2003 an. Daneben arbeitet die Gruppe kontinuierlich an der Effizienz- und Leistungssteigerung aller Konzernunternehmen. Durch die Einführung einer Abteilung Qualitätssicherung soll die Zuverlässigkeit der Produkte erhöht und der Kundennutzen optimiert werden. Dies trägt zur Erhöhung der Marktchancen in den einzelnen Segmenten bei. Die vielfältigen Maßnahmen in der Unternehmensgruppe sollen dazu beitragen, dass sich Höft & Wessel auch weiterhin im Wettbewerb durchsetzt. Neue kundenorientierte Produkte und die Fokussierung auf das Kerngeschäft sowie interne Flexibilisierung und der Mut zu Veränderung sind die Basis für eine positive Unternehmensentwicklung.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 ist es gelungen, die branchenübergreifend zu verzeichnenden hohen Umsatzrückgänge zu vermeiden. Mit den oben beschriebenen neu entwickelten Produkten verfügt Höft & Wessel über Nachfolgegenerationen von marktfähigen bereits sehr erfolgreich im Markt platzierten Produkten und erwartet hieraus erste Umsätze bereits im Geschäftsjahr 2003.

Im englischen Teilkonzern konnte mit dem Auftrag zur Lieferung von stationären Ticketautomaten für die Londoner Bushaltestellen einen der wichtigsten Aufträge in der Firmengeschichte. Erstmals übernimmt die Metric in diesem Projekt mit der Londoner Busbetreibergesellschaft auch eine Betreiberfunktion.

Die Anzahl der installierten Produkte und der Auftragseingang sind in den letzten Jahren gestiegen. Die Aussichten für das kommende Geschäftsjahr sind damit erfolgversprechend. Die Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2003 sind sehr verhalten. Höft & Wessel ist dennoch der Auffassung, mit den durchgeführten Maßnahmen auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen eine gute Plattform für die weitere Entwicklung geschaffen zu haben und erwartet in den angestammten Geschäftsfeldern, vor allem im Bereich Straßennutzungsgebühren und durch das richtungsweisende Projekt mit der Londoner Busbetreibergesellschaft für das Geschäftsjahr 2003 Stabilität und eine Verbesserung der Ertragskraft. Vor diesem Hintergrund weist die Planung der Höft & Wessel-Gruppe für 2003 einen leicht steigenden Umsatz von ca. 80,0-85,0 Mio. EUR aus. Das Ergebnis der Gruppe soll bei mindestens 1,5 Mio. EUR liegen.